Köbi – die Gründung einer eigenen Brauerei als zweites Standbein

Köbi – die Gründung einer eigenen Brauerei als zweites Standbein

Die Gründung der eigenen Brauerei – wie entstand Köbi?

Joachim Seckler wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Süden von Königsbrunn (bei Augsburg) auf. Die Familie führte diesen Betrieb bereits seit Generationen, bis Joachims Großeltern ihn vor Jahrzehnten wirtschaftlich salonfähig machten. Erfahrungen in der Landwirtschaft sammelte er aber nicht nur auf dem elterlichen Hof, sondern auch bei zwei weiteren Betrieben in der Region. 2015 übernahm er dann schließlich den Hof seiner Eltern inklusive aller Herausforderungen. Die Schwierigkeiten, unter denen landwirtschaftliche Unternehmen heutzutage (2026) um ihre Existenz kämpfen müssen, wurden ihm früh bewusst. Ähnlich wie bei seinem Vater, förderten diese bestehenden Herausforderungen sehr früh ein ganzheitliches, unternehmerisches Denken. Eine ideale Voraussetzung, anderweitigen Leidenschaften zu folgen, z.B. der Gründung einer eigenen Brauerei. Mit einer Biermanufaktur konnte Joachim Seckler sich und seinem Betrieb ein zweites Standbein aufbauen. Die Idee für Köbi, die Königsbrunner Biermanufaktur, war geboren.

 

 

Die Anfänge der Brauerei Köbi – Feedback ist alles

Das Brauen begann Joachim Seckler zunächst als Hobby. Zusammen mit Freunden absolvierte er 2014 einen Braukurs. Bis 2019 produzierte der Königsbrunner das alkoholische Getränk in seiner freien Zeit. Die Menge stieg von anfangs 10 bis 20 Litern mit der Zeit auf 50 Liter. 2019 entschloss er sich dann, das Projekt auf die nächste Stufe zu heben: Joachim Seckler gründete das Unternehmen Köbi. Um Ideen für Verbesserungen zu bekommen, versah der kleine Betrieb seine Flaschen mit QR-Codes. So konnten Freunde und Bekannte, die das Bier testeten, anonymes Feedback geben. Dieses nahm sich Joachim Seckler sehr zu Herzen und arbeitete nach der Gründung seiner eigenen Brauerei immer weiter an den neuen Produkten. Und auch die produzierten Mengen stiegen weiter. 2026 arbeitet Köbi schließlich mit großen Braukesseln, die 10.000 Liter Bier fassen.

BusinessLearning: Starte früh und sammle Feedback von deinen Kunden. Auf diese Art & Weise entwickelst du deine Produkte früh entlang der Bedürfnisse deiner Kunden. Feedback ist besonders in der Startphase deiner Unternehmung die wichtigste Währung. Schaffe also Bedingungen, in denen Menschen dir gerne Feedback schenken. Das geht häufig am besten anonym. Die QR-Codes ließen zusätzlich detailliertere Auswertungen zu, ohne dass die Kunden ihre Namen hinterlassen mussten.

 

 

Mit diesem Zusammenspiel der Herausforderungen muss Köbi umgehen

Ein eigenes Unternehmen aufzubauen ist immer mit vielen verschiedenen Herausforderungen verbunden. Das gilt besonders dann, wenn die Gründung und Unternehmensführung neben der landwirtschaftlichen Arbeit absolviert werden müssen. Gerade die Arbeit auf dem Feld ist nun einmal von der Saison oder den Wetterbedingungen abhängig, dennoch müssen bestehende Schwierigkeiten mit den Brauprozessen schnell gelöst werden. Und auch Joachim Secklers Familie darf natürlich während des Aufbaus nicht zu kurz kommen.

Eine einzelne, große Herausforderung sieht der Landwirt und Brauer daher nicht. Vielmehr seien es viele verschiedene Schwierigkeiten, die alle parallel gelöst werden müssen. Und auch wenn Probleme zu besonders ungünstigen Momenten aufkommen, zum Beispiel kurz vor den Weihnachtsfeiertagen, müssen sie natürlich zügig angegangen werden. Doch auch, wenn es mal ein Problem gibt: Joachim Seckler lässt sich davon nicht entmutigen. Alle Schwierigkeiten, mit denen er bei der Gründung der eigenen Brauerei und während der derzeitigen Weiterentwicklung umgehen musste, sieht er im Nachhinein als Möglichkeit, etwas mitzunehmen und zu lernen. Mit dieser Einstellung wird jede Widrigkeit zu einer neuen Chance für die Zukunft.

Dabei betreffen die Herausforderungen keinesfalls nur die Biere oder den Brauprozess selbst. Immer wieder tauchen unterschiedlichste Themen auf. Eine Schwierigkeit, die Joachim Seckler explizit anspricht, dreht sich beispielsweise um die Verpackungen, die für den Versand notwendig sind. Köbi testete verschiedene Kartondesigns. So sollte der Schutz der Flaschen während des Transports so weit wie möglich gesichert sein. Doch wird die Verpackung sicherer, erhöht sich schnell auch ihr Gewicht. Joachim Seckler und sein Team mussten hier die perfekte Mischung aus Schutz und Gewicht (Kosteneffizienz) finden. Ist das Paket nämlich zu schwer, können beim Versand Gewichtsgrenzen überschritten werden und somit spürbare zusätzliche Kosten entstehen. Bei bspw. 3, 4 Versendungen im Monat fällt das weniger ins Gewicht, erhöht sich diese Anzahl um das Hundertfache, spielen Centbeträge je Versand bereits eine ganz andere Rolle.

BusinessLearning: Unternehmer/-innen müssen die Fähigkeit besitzen unterschiedlichste Themen (unabhängig ihrer fachlichen Richtung) zu lösen und sich vollständig in ihnen fremde Themengebiete einzuarbeiten. Das Thema effiziente Verpackungen ist nichts, was Joachim zuvor in seiner Ausbildung gelernt hatte. Für den langfristigen Erfolg seiner Unternehmung ist es allerdings ausschlaggebend, daher beschäftigte sich Joachim ausgiebig mit dem Thema, um die ideale Köbi-Lösung zu finden.

 

 

Diese Herausforderungen erwartet Joachim Seckler für die Zukunft

Die Herausforderungen der Gegenwart sind nicht die einzigen, mit denen man sich bei der Gründung einer eigenen Brauerei beschäftigen muss. Joachim Seckler ist sich bewusst, dass es auch weiterhin viele kleine Baustellen geben wird. Besonders wichtig wird es seiner Einschätzung nach sein, die Kosten im Griff zu behalten. Gelingt das nicht, wird es kaum möglich sein, solide zu wirtschaften. Und auch die Produktpalette will wohl überlegt sein. So will Joachim Seckler beispielsweise auch die alkoholfreien Trends im Auge behalten, ohne aber die alkoholischen Getränke zu verlieren.

An die Familie denkt der Königsbrunner Unternehmer ebenfalls. Der Familienvater (zwei Kinder) hat in den letzten Jahren neben dem Aufbau der Biermanufaktur und dem Landwirtschaftsbetrieb ein Haus gebaut. Private Baustellen neben den beruflichen Herausforderungen anzugehen ist für ihn also nichts Unbekanntes und die Familie ist der Rückzugsort & Mittelpunkt für Lebensqualität.

 

 

Diese Werte & Visionen hat Gründer Joachim Seckler

Joachim Seckler ist in jeden Prozess eingebunden. Das hilft dem Königsbrunner dabei, einen Überblick über die Zusammenhänge und Auswirkungen von Entscheidungen zu behalten. Egal, ob Marke, Details in der Produktion oder der Verkauf, der Gründer ist in alles involviert. So fällt es ihm auch leichter, Lösungen für entstehende Probleme zu finden.

Besonders wichtig ist es Joachim Seckler, immer wieder auch Neues auszuprobieren. Diese Mentalität hat sich bei Köbi etabliert, ganz gemäß dem Motto „Lieber machen als abwarten“. Diese Einstellungen hilft dem Königsbrunner seit der Gründung seiner eigenen Brauerei auch, sich weiterzuentwicklen und zügig zu lernen. Ebenfalls wichtig ist es im Betrieb, sich auch Produkten zu widmen, die dem Team Spaß machen. Wie Joachim Seckler anmerkt, könnte man sich zwar ausschließlich darauf konzentrieren, Geld zu verdienen. Das hätte aber zur Folge, dass die Sortenauswahl wesentlich geringer wäre. Mit dem Grundsatz, sich auch solchen Produkten zu widmen, die das Team aus Freude produzieren will, entstehen hingegen immer wieder neue Getränke. So umfasst das Sortiment von Köbi Anfang 2026 eine vielfältige Auswahl. Darunter sind nicht nur die üblichen bayerischen Biere wie das Helle oder das Weizen, auch ein India Pale Ale, ein Bayerisch British Ale oder ein Triple IPA finden sich im Sortiment. Einen Beerenspritz bietet die Brauerei ebenfalls an. Und auch für antialkohoische Getränke ist gesorgt. So produziert Köbi zuckerfreie Limonaden. Und genau diese Produktbreite ist es, die Joachim Seckler so viel Spaß am Unternehmertum bringt.

 

 

Großen Wert legt Joachim Seckler zudem auf die Kommunikation nach außen. So ist es dem Königsbrunner besonders wichtig, einen guten und vor allem schnellen Kundenservice anzubieten. Als Vorbild nennt er hier Amazon. Schnelle Antworten auf die Kontaktaufnahme durch die Kunden bei Problemen stehen sehr weit oben auf der Prioritätenliste, dabei sollen immer Lösungen für die Käuferinnen und Käufer gefunden werden. Das ist die oberste VISION (das Leitbild) von Köbi.

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BusinessLearning: Joachim hat sich für einen Weg der schnellen Umsetzungen entschieden. Mit Mut ist Joachim an frühen Lernerfahrungen interessiert und steigert dadurch die Geschwindigkeit der Entwicklungskurven seiner Produkte. Zusätzlich löst diese Arbeitsweise eine gesteigerte Motivation der Mitarbeitenden aus. Seit Tag 1 ist dies die Kultur von Köbi. Welche Vorteile diese Kultur mit sich bringt, das erfährst du in diesem BLOG-Beitrag „Schnelles testen, lernen und anpassen“.

 

 

Welche Erfolge hat Köbi schon erreicht?

Bei all den Werten, die sowohl die internen Abläufe als auch die externen Beziehungen von Köbi betreffen, ist Joachim Seckler eine Sache besonders wichtig. Er will etwas erschaffen, dass auch über seine eigene berufliche Karriere existieren kann. So bedeutet „Erfolg“ für ihn, etwas zu schaffen, das seine Kinder eines Tages übernehmen könnten, wenn sie denn wollen.

Aber auch mit Blick auf das bisher Erreichte zeigt sich Joachim Seckler stolz. Vor allem mit der Ausweitung seiner Produktpalette um verschiedene Biere, einen Spritz und alkoholfreie Getränke ist er sehr zufrieden. Und das kann er auch sein. Anders als große Brauereien muss er sich schließlich neben der Getränkeherstellung auch noch um seinen eigenen Hof kümmern. Da ist das bisherige Wachstum seit der Gründung der eigenen Brauerei wirklich beeindruckend.

 

 

Das Team hinter Köbi

Damit Köbi die Schritte zur Produkterweiterung bestmöglich umsetzen konnte und auch weiterhin kann, bedarf es eines guten Teams. Und so arbeitet Joachim Seckler nicht alleine, sondern hat sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese arbeiten im operativen Geschäft, steuern die Abfüllanlage und kümmern sich um die Etikettierungen der Flaschen. Bevor Joachim Seckler eine Aufgabe allerdings abgibt, will er sie zuerst selbst verstehen. Sobald er weiß, wie eine Maschine oder ein Prozess funktioniert, ist er bereit, eine Aufgabe abzugeben. Dann kennt er die typischen Fehler, die im Ablauf passieren können.

Neben den festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann sich köbi auch auf freie Mitarbeiter und externe Unterstützer verlassen. So arbeitet ein freier Brauer im Betrieb, der mehrere Tage in der Woche da ist. Auch um die Werbung muss sich die Königsbrunner Biermanufaktur nicht selbst kümmern, sondern bekommt externe Hilfe. Gleiches gilt für das Design.

 

 

Wie kommuniziert Köbi mit Kunden und Händlern?

Intern kommuniziert das Team von Köbi nach Möglichkeit im persönlichen Austausch. Zudem können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Chat-Gruppe auf dem Messenger-Dienst WhatsApp austauschen.

Für die externe Kommunikation nutzt Joachim Seckler andere soziale Medien. Die meiste Kommunikation läuft über die Netzwerke Instagram und Facebook. Auch die Kurz-Video-Plattform TikTok wird genutzt, wenn auch weniger umfangreich. Für Werbezwecke bringt Social Media allerdings auch seine eigenen Herausforderungen mit sich. Durch die alkoholischen Getränke gestaltet sich die Online-Werbung mit Blick auf den Jugendschutz als schwierig.

In der Print-Werbung geht Köbi sehr gezielt vor. Hier ist die Messung der Effektivität nicht so einfach möglich wie in den sozialen Medien. Dort geben Aufrufe, Kommentare und Likes eine gute Orientierung. Im Print-Bereich entfallen diese Orientierungswerte. Immer wieder nimmt Köbi mit seinen Bieren auch an Wettbewerben teil. Durch die große Konkurrenz und den mit der Bewerbung verbundenen Aufwand sucht sich Joachim Seckler hier aber gezielt Wettbewerbe aus und überlegt sich gut, mit welchen Getränken er antreten will.

Um in Kontakt mit alten und neuen Kundinnen und Kunden zu kommen, richtet die Brauerei auch eigene Veranstaltungen aus. So gibt es regelmäßige Beerpong-Turniere, einen Tag der offenen Brauerei mit Führungen oder Aktionen am Vatertag. Auch bei externen Veranstaltungen kann man Köbi sehen. So richtet die Königsbrunner Brauerei bei Märkten und Festen gerne einen eigenen Stand ein.

 

 

Die Zukunft von Köbi

Joachim Seckler hat seit der Gründung seiner eigenen Brauerei schon einiges erreicht. Bisland läuft die Getränkeproduktion neben der landwirtschaftlichen Arbeit. Langfristig soll sich das ändern. Den Gründer treibt das große Ziel an, die Bier- und Limonadenproduktion soweit auszubauen, dass sie für sich selbst tragfähig ist. Köbi soll dann auf eigenen Beinen stehen und neben der Landwirtschaft laufen.

Konkret will Joachim Seckler dazu die Köbi-Hallen ausbauen und die produzierte Biermenge deutlich erhöhen. Events wie die regelmäßigen Beerpong-Turniere werden auf dem Gelände bereits veranstaltet, für die Zukunft sollen die Möglichkeiten für Veranstaltungen aber erweitert werden. Dann könnte das Köbi-Gelände im Süden Königsbrunns auch für Hochzeiten und andere, große Feierlichkeiten genutzt werden.

Dem Landwirt und Unternehmer ist es bei allen konkreten Plänen aber auch wichtig, spontan zu bleiben. Als Beispiel für einen Fall, in dem das bereits funktioniert hat, nennt Joachin Seckler das Angebot für Kunden, ihre eigenen Labels auf den Getränkeflaschen individuell zu gestalten. Diese waren zu Beginn gar nicht geplant, kommen aber mittlerweile sehr gut bei den Käuferinnen und Käufern an. Und sie erfüllen eine weitere Voraussetzung, die dem Gründer in seinem Unternehmen wichtig ist: Sie machen Spaß.

 

 

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änny Lernspielmöbel: Gründungsstrategie, Resilienz & Bürokratie

änny Lernspielmöbel: Gründungsstrategie, Resilienz & Bürokratie

💡 Die Gründungsgeschichte von änny: Wie prinzipientreue Haltung zum erfolgreichsten Geschäftsmodell wird

In einer Welt, die auf schnelle Profite und geplante Obsoleszenz ausgerichtet ist, erscheint die Entscheidung für Langlebigkeit, pädagogischen Wert und radikale Nachhaltigkeit auf den ersten Blick widersinnig. Doch genau diese prinzipientreue Haltung macht die Gründungsgeschichte von änny Lernspielmöbel so faszinierend. Wir beleuchten die wichtigsten Lektionen von Alina Gaidies, Gründerin von änny, und zeigen, wie ihre tiefe persönliche Überzeugung zum Motor eines Geschäftsmodells wird, das auf den ersten Blick gegen alle „gängigen Regeln“ verstößt.

 

*Das Bild ist ein Produkt-Prototyp

 

1. Das Fundament: Gegen den Strom mit klarer Überzeugung

Alina (27) stammt aus der Nähe von Wolfsburg, dem Epizentrum der deutschen Automobilindustrie. Sie beschreibt eine Umgebung, die komplett auf Sicherheit, Konzernkarrieren und klare Strukturen ausgelegt ist – das genaue Gegenteil von einer risikoreicheren Gründung. Das kulturelle Kontrastprogramm und eine Art innere Bestätigung erlebte sie im Studium und vor allem im Auslandssemester in Tel Aviv. Dort spürte sie bei allen widrigen Umständen vor Ort die Atmosphäre des „einfach mal Machens“, was sie darin bestärkte, ihren eigenen, prinzipientreuen Weg zu gehen.

  • Prinzipientreue Umkehr: Während Business-Berater ihr zum „billig machen“ und „schnell skalieren“ rieten, entschied sie sich, in beinahe jedem Punkt das Gegenteil zu tun.
  • Die Motivation: Ihre Haltung ist: „Jetzt erst recht!“ – eine persönliche Widerstandsfähigkeit, die zum Motor für das gesamte Projekt wird.
  • Finanzielle Beharrlichkeit: Das Projekt wurde geduldig gebootstrapped ohne Fremdkapital, finanziert durch ihre Nebentätigkeit als Freelancerin.

 

 

2. Die Innovation: Langlebigkeit durch Ingenieurskunst

Das Produkt änny musste diese starke Vision einlösen. Es ist weit mehr als nur ein schönes Möbelstück; es ist ein hochintelligentes Baukastensystem, das Kinder dazu animiert freie neue Welten zu bauen. Der Kern der Innovation ist eine von Alina patentierte Möbelverbindung. Diese ist so konstruiert, dass Kinder ab drei Jahren selbstständig stabile Möbel bauen können. Die Verbindung nutzt ein Klemmsystem, das Abnutzung verhindert, da es keine Schrauben gibt, die überdreht werden können. Die technische Lösung ermöglicht erst die pädagogische Philosophie dahinter: „Das völlig freie, kreative Spiel“. Gibt man den Kindern nur die Bauteile, spielen sie stundenlang und es entstehen Erfindungen wie ein Schwingstuhl, auf die Alina selbst nie gekommen wäre.

 

 

3. Die Konfliktzone: Wenn die Bürokratie Innovation ausbremst

Dieser prinzipientreue Ansatz trifft auf ein absurdes Hindernis, das sich fast wie ein skurriles Theaterstück anfühlt und zahlreiche Unternehmer/-innen vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen nur zu gut kennen: Die deutsche Bürokratie. Das Problem: änny ist ein Hybridprodukt (Spielzeug und Möbel zugleich).

  • Normen-Paradoxon: Da änny in mehrere Kategorien fällt, muss das Produkt die Normen für alle erfüllen.
  • Der Widerspruch: Das Regelwerk sieht einen solchen multifunktionalen Fall nicht vor, weshalb sich einige der über 100 DIN-Normen für Spielzeug und Möbel gegenseitig widersprechen.
  • Die Kosten: Allein die Kosten für notwendige Zertifizierungen (u.a. CE-Zertifizierung) schätzt sie auf 50.000 bis 60.000 Euro.
  • Ethik über Abkürzung: Alina lehnt die Nutzung von Schlupflöchern wie dem wertlosen China-Exportzeichen natürlich kategorisch ab, da dies ihrer Philosophie widersprechen würde. Als motivierte Unternehmer/-in fühlt sie sich bei diesem Thema allerdings dennoch von der EU alleine gelassen.

 

 

4. Die Strategie: Vom Erlebnis zum Marktwachstum

Entgegen vieler wirtschaftlicher Marktmechanismen. Wenn das Produkt qualitativ ewig hält, wie lässt sich dann ein nachhaltiges Geschäft aufbauen? änny setzt nicht auf Ersatz, sondern auf Erweiterung. Anstatt kurzlebigen Konsum zu fördern, schenken Eltern und Freunde Erweiterungssets für das bestehende änny-System. Das Kind wächst, das Möbel wächst mit. Alina meidet das aggressive Hyper-Scaling und setzt auf eine langsame, organische Markteintrittsstrategie. änny fokussiert sich zunächst auf den B2B-Bereich. änny soll über ein Abo-Modell in Cafés, Arztpraxen und Kitas präsent sein, um dort in einer entspannten Umgebung erlebt zu werden. Die Strategie verlangt also langes Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit. Tugenden die vielen Menschen im Jahr 2025 schwer fallen. Alina aber glaubt an die Kraft der langfristigen Wirkung.

 

*Das Bild ist ein Produkt-Prototyp

 

5. Die Macht des „Warums“: Die Basis der Resilienz

Die Geschichte von änny wird bisher stark von der inspirierenden, persönlichen Widerstandsfähigkeit Alinas geprägt. Die Resilienz, die sie als Teenagerin brauchte, um zu sich selbst zu stehen, ist dieselbe, die sie heute benötigt, um zu ihrer langfristig wirksamen Geschäftsvision zu stehen. Diese Resilienz ist vor allem dann möglich, wenn das TEAM das eigene „Warum“ im Unternehmen sehr klar kennt. Ein klares „Warum“ ist der Kern für das nötige Durchhaltevermögen, um gegen Widerstände wie die Bürokratie bestehen zu können. Mitarbeitende die wissen wofür Sie die anstrengende lange Reisen bestreiten, können die Herausforderungen der Bürokratie ertragen und langfristig überwinden. Alina hatte in ihrem Leben bereits einmal das Glück, dass sie wertvolle (am Ende positive) Erfahrungen sammelte, wenn es darum ging zu sich und zu ihrer Sexualität zu stehen. Diese Erfahrung hilft ihr nun auf der unternehmerischen Ebene.

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6. Der Blick nach Vorn: ännys Zukunftsvision

Alina und ihr Team haben trotz der immensen bürokratischen Hürden eine klare Vision für die kommenden Jahre. Sie sind angetrieben von der Mission, Innovationen voranzutreiben und nachhaltige Produkte zu entwickeln, die die Welt verändern.

änny möchte in Zukunft:

  • Zertifizierungen meistern: Die größte und unmittelbarste Herausforderung ist die Finanzierung und das Bestehen aller nötigen, kostenintensiven Lizenzen und Zertifizierungen.
  • Firmierung abschließen: Die Umwandlung des Projekts in eine Firma ist der nächste notwendige Schritt, auch um externe Investoren ansprechen zu können.
  • Langsam, organisch wachsen: Statt schnellem Wachstum plant änny eine schrittweise Expansion, um die Philosophie und Qualität zu sichern.
  • Städte erobern: Der Plan sieht vor, 2026 in Augsburg zu starten (mit 25 festen Plätzen), gefolgt von München 2026 / 2027, um den Trend anschließend aufs Land überschwappen zu lassen.

Die Geschichte von änny zeigt: Der mutigste Weg ist oft der wertebasierteste.

 

*Das Bild ist ein Produkt-Prototyp

 

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Möchtest du diese wertebasierte Innovation im Kindermöbel-Markt unterstützen? änny nimmt gerne Vorbestellungen unter der folgenden E-Mail-Adresse entgegen: anny.startup@gmail.com

 

Das BusinessLearning aus dieser Geschichte:

  • Traue Dich deinen Prinzipien (argumentativen Überzeugungen) treu zu bleiben, auch wenn der Strom Dir manchmal etwas anderes signalisiert. 
  • Arbeite dich durch den großen Bürokratiedschungel wenn es sich am Ende lohnen könnte.
  • Wachse je nach Geschäftsmodell bewusst langsam durch Bootstrapping, sorge allerdings für eine langfristige Wirkung
  • Achte auf ein gemeinsames „Warum“ und kommuniziere es klar und regelmäßig in deinem TEAM.

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Fairtrade-Schokolade: Der SchokoSchatz in nachhaltiger Verpackung

Fairtrade-Schokolade: Der SchokoSchatz in nachhaltiger Verpackung

FairtradeSchokolade in nachhaltiger Verpackung: Wie entstand SchokoSchatz?

Vor wenigen Jahren war Bettina Winkler auf einer Kinder-Geburtstagsfeier, bei der es massenweise Schokogeschenke in Plastikverpackung gab. Sie war enttäuscht darüber, wie viel Müll bei solchen Süßigkeiten eigentlich entsteht und dachte sich: Das kann ja wohl nicht wahr sein! Also entschloss sie sich, sich nach Alternativen auf dem Markt umzuschauen. Schnell musste sie allerdings feststellen, dass es kein Produkt gibt, das ihre Vorstellungen von Fairtrade Schokolade in nachhaltiger Verpackung für Kinder erfüllt. So kam ihr die Idee, eigene Schokoprodukte mit kleinen Geschenken für die junge Generation herzustellen: SchokoSchatz war geboren.

 

Diese Werte & Visionen hat Gründerin Bettina Winkler

Um ein eigenes Produkt auf den Markt zu bringen, hinter dem Bettina Winkler auch selbst steht, sind ihre eigenen Werte & Visionen von Bedeutung. Ihr ist es wichtig, dass sie alle am Prozess Beteiligten fair behandelt. Deswegen will sie auf Fairtrade zurückgreifen und Verpackungsmaterialien verwenden, die der Umwelt nicht schaden. Der Schutz der Natur soll aber auch beim Produkt selbst beachtet werden. So sollen die kleinen Geschenke von SchokoSchatz nicht nur langfristig für Freude bei den Kindern sorgen. Vielmehr sollen sie auch keine ökologischen Schäden verursachen, falls sie doch einmal verloren gehen.

Bettina sieht im Schenken von Schoko-Überraschungen zudem einen Bildungsauftrag bei den Schenkenden. Ihr ist es wichtig, dass man nichts mit der Einstellung verschenkt oder dabei den Eindruck vermittelt, es wäre ein Wegwerfprodukt.

Bettina Winkler ist überzeugt davon, dass man als Unternehmer/-in den Grundsatz verfolgen muss, bei der Herstellung seiner Produkte nachhaltig zu agieren.
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Die Anfänge des Unternehmens

In der Startphase ihres Unternehmens SchokoSchatz waren die Erfahrungen aus Bettinas vorherigem beruflichen Werdegang sehr hilfreich. Sie arbeitete unter anderem im E-Commerce und hat dabei bereits Erfahrungen in der Selbstständigkeit sammeln können, indem sie Unternehmen und Start-ups beraten hat. Dieser Blick von außen ermöglichte ihr auch eine gute Einschätzung, welche Dinge man besser machen könnte.

Doch trotz ihres bereits erworbenen KnowHows konnte sie ihre Familie zunächst nicht von der Idee, ein Schoko-Startup zu gründen, überzeugen. Nur ihr 6-jähriger Sohn war begeistert, er „war Feuer und Flamme“, wie sie selbst sagt. Die weiteren Familienmitglieder musste Bettina Winkler erst noch für sich gewinnen.

Da sie zuvor noch keine Erfahrungen mit der Schokoladenproduktion gemacht hatte, musste sie sich viel Zeit für die Recherche nehmen und sich aktiv und offen nach Hilfe umschauen.

Die Startphase verlief für Bettina unter dem Motto „Unglaublich viel Neues lernen“. Damit meint sie das Wissen, das sie sich aneignen konnte und musste.

  • Welche Schokolade ist geeignet?
  • Was muss ich als Unternehmerin zum Thema ‚Fairtrade‘ wissen und berücksichtigen?
  • Was muss ich bei ‚Bio‘ beachten?
  • Wie werde ich Händlerin?
  • Wer kann mir weiterhelfen?
  • Auch die Suche nach einer plastikfreien Verpackung war für Bettina ein umfangreicher Prozess.

Als das Grundgerüst stand, ging es an die Entwicklung eines Prototyps. Mit diesem machte sich die Gründerin auf die Suche nach Händlern. Und das ist gar nicht so einfach, wenn man in einer Branche noch keinen Namen hat, wie Bettina betont. Erste große unternehmerische Erfolge gelangen SchokoSchatz dann in den Weltläden. Diese sind aufgrund der Fairtrade-Zertifizierung von Bettinas Schokolade als Verkaufsstelle prädestiniert. In dieser Zeit konnte sie auch einen Großhändler von ihrem Produkt überzeugen. Für den weiteren Vertrieb war dieser eine große Hilfe.

 

Der Absprung des Großhändlers als große Herausforderung

Gleichzeitig brachte der Großhändler dem neuen Unternehmen aber auch die erste große Herausforderung und ein wichtiges Learning. 2025 sprang dieser nämlich ab und machte Bettina deutlich, wie riskant die Abhängigkeit von einem einzigen Partner ist. SchokoSchatz machte sich also auf die Suche nach neuen Partnern und verkauft inzwischen an mehrere hundert Händler direkt. Dazu gehören Spielzeuggeschäfte und Unverpackt- oder Bio-Läden. Aber auch Supermärkte spielen in den Überlegungen zum Vertrieb eine Rolle. Diese können dabei helfen, die für den Erfolg des Start-ups wichtige Masse an Produkten zu verkaufen. Nur über spezialisierte Bio- oder Fairtradegeschäfte gestaltet sich das nämlich schwierig.

Eine weitere Herausforderung sieht Bettina Winkler in der Finanzierung und dem Cashflow-Management. Zum einen ist es je nach Lebenssituation schwierig, als Start-up an finanzielle Unterstützung zu gelangen. Zum anderen bringt die Produktionsweise von SchokoSchatz Herausforderungen mit sich. Die Produkte müssen Monate im Voraus produziert werden. So wird die Schokolade im Sommer produziert, wenn sie sich schlechter verkauft. In den Handel kommt sie dann erst im verkaufsstarken Winter.

Bettina Winkler ist sich sicher, dass in der weiteren Unternehmensgeschichte neue Probleme und Herausforderungen kommen werden. Gleichzeitig ist sie aber überzeugt, auch für diese Lösungen zu finden. Mit einem anderen gedanklichen Grundsatz könne sie ja gleich wieder mit SchokoSchatz aufhören. Und das ist nicht einfach so daher gesagt. Bettina macht deutlich, wie wichtig eine realistische Einschätzung von Schwierigkeiten und Herausforderungen ist, wenn man ein Unternehmen gründet und führt. So etwas kann immer passieren, mit der richtigen Einstellung kann man aber viel erreichen.

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Was bedeutet eigentlich Erfolg?

Bei der Frage nach dem „Erfolg“ betont Bettina, wie unterschiedlich man den Begriff definieren könnte. Als Gründerin habe sie eine andere Sichtweise auf Erfolg als bei einem Job im Angestelltenverhältnis. Für ihr Start-up sieht sie einen Erfolg, wenn SchokoSchatz eine größere Sichtbarkeit und mehr Relevanz erhält. Das geschieht durch Kundenrezensionen, aber auch durch neue Händlerbestellungen. Und auch jeder Messeauftritt ist ein Erfolg, weil SchokoSchatz dort mit Kunden und Händlern in Kontakt kommen kann. Diese Feedbackmöglichkeiten sind für Bettina Winkler der wichtigste Erfolgsfaktor. Sie nutzt die Rückmeldungen als Indikator dafür, ob SchokoSchatz mit den Ideen auf dem richtigen Weg ist.

Auch Auszeichnungen können zum Erfolg beitragen. Bettina Winkler sieht in ihnen vor allem ein gutes Marketing-Werkzeug, mit dem man „angeben“ kann. Selbstverständlich freut sie sich trotzdem über Auszeichnungen wie den zweiten Platz bei den Fairtrade Awards 2024. Schließlich honorieren solche Preise auch die geleistete Arbeit.

Neben den Preisen können auch Siegel eine wichtige Rolle für den Erfolg spielen. Genauer gesagt vor allem diejenigen, die der Zielgruppe wichtig sind. Allerdings bringen Siegel auch ein Problem mit sich. Die große Anzahl an unterschiedlichen Siegel-Anbietern und Vergabemethoden sorgt dafür, dass die Kunden schnell den Überblick über die Aussagekraft der verschiedenen Aufkleber verlieren.

Letztendlich ist es ihr wichtig, Erfolg zu haben. Damit meint sie aber nicht nur, gutes Geld zu verdienen (für ein Unternehmen ist das natürlich wichtig), sondern auch, ein zufriedenstellendes Leben führen zu können.

 

 

Das Team hinter SchokoSchatz

Betrachtet man das Team hinter SchokoSchatz, sieht man, was man auch allein leisten kann. Bettina Winkler führt das Start-up nämlich ohne feste Mitarbeiter/-innen. Ihr ist es wichtig, alle Kernprozesse in der Hand zu halten. Mit Blick auf die Finanzierung sei es auch leichter zu kalkulieren, wenn man mit externen Dienstleistern arbeite. Dennoch sieht Bettina mittelfristig einen Bedarf an Mitarbeitern, die sich um die Kommunikation mit Kunden und Lieferanten kümmern können.

 

 

Wie kommuniziert man am besten mit Kunden und Händlern?

Die Kommunikation komme nämlich dadurch, dass sie allein arbeitet, oft zu kurz. Bettina nutzt natürlich dennoch viele verschiedene Wege, um diesen herausfordernden Punkt anzugehen. So verschickt SchokoSchatz Newsletter an Kunden und Händler, ist auf B2B-Messen anzutreffen und nutzt verschiedene Social-Media-Plattformen. Dazu gehört nicht nur LinkedIn, sondern auch Instagram. Dort schreibt Bettina regelmäßig kleinere Händler an und baut so den ersten Kontakt auf. Zudem können ihr Händler über ein Kontaktformular auf der Website schreiben.

Um große Partner zu gewinnen, geht aber nichts über die persönliche Interaktion. So habe man als Start-up die besten Chancen, andere von sich als Unternehmer oder Unternehmerin zu überzeugen. Allerdings betont Bettina, dass dieser Weg eben auch der zeit- und kostenaufwendigste ist.

 

 

Die Zukunft von SchokoSchatz

Trotz der verschiedenen Herausforderungen, Bettina Winkler ist dabeigeblieben und verkauft weiter ihre SchokoSchätze. Ihr großes unternehmerisches Ziel ist es, mittelfristig 1 Million SchokoSchätze pro Jahr zu verkaufen.

Gleichzeit will sie aber auch ihr Produktportfolio erweitern. So können die Edelsteine, die sich in den SchokoSchätzen finden, auch ohne die Schokolade in Upcycling-Säckchen gekauft werden.

Neben dem SchokoSchatz gibt es inzwischen auch den BadeSchatz. Hierbei handelt es sich um eine Badekugel mit einer kleinen Überraschung. Man darf gespannt sein, welche Ideen Gründerin Bettina Winkler noch kommen werden.

 

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