Die Gründung der eigenen Brauerei – wie entstand Köbi?

Joachim Seckler wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Süden von Königsbrunn (bei Augsburg) auf. Die Familie führte diesen Betrieb bereits seit Generationen, bis Joachims Großeltern ihn vor Jahrzehnten wirtschaftlich salonfähig machten. Erfahrungen in der Landwirtschaft sammelte er aber nicht nur auf dem elterlichen Hof, sondern auch bei zwei weiteren Betrieben in der Region. 2015 übernahm er dann schließlich den Hof seiner Eltern inklusive aller Herausforderungen. Die Schwierigkeiten, unter denen landwirtschaftliche Unternehmen heutzutage (2026) um ihre Existenz kämpfen müssen, wurden ihm früh bewusst. Ähnlich wie bei seinem Vater, förderten diese bestehenden Herausforderungen sehr früh ein ganzheitliches, unternehmerisches Denken. Eine ideale Voraussetzung, anderweitigen Leidenschaften zu folgen, z.B. der Gründung einer eigenen Brauerei. Mit einer Biermanufaktur konnte Joachim Seckler sich und seinem Betrieb ein zweites Standbein aufbauen. Die Idee für Köbi, die Königsbrunner Biermanufaktur, war geboren.

 

 

Die Anfänge der Brauerei Köbi – Feedback ist alles

Das Brauen begann Joachim Seckler zunächst als Hobby. Zusammen mit Freunden absolvierte er 2014 einen Braukurs. Bis 2019 produzierte der Königsbrunner das alkoholische Getränk in seiner freien Zeit. Die Menge stieg von anfangs 10 bis 20 Litern mit der Zeit auf 50 Liter. 2019 entschloss er sich dann, das Projekt auf die nächste Stufe zu heben: Joachim Seckler gründete das Unternehmen Köbi. Um Ideen für Verbesserungen zu bekommen, versah der kleine Betrieb seine Flaschen mit QR-Codes. So konnten Freunde und Bekannte, die das Bier testeten, anonymes Feedback geben. Dieses nahm sich Joachim Seckler sehr zu Herzen und arbeitete nach der Gründung seiner eigenen Brauerei immer weiter an den neuen Produkten. Und auch die produzierten Mengen stiegen weiter. 2026 arbeitet Köbi schließlich mit großen Braukesseln, die 10.000 Liter Bier fassen.

BusinessLearning: Starte früh und sammle Feedback von deinen Kunden. Auf diese Art & Weise entwickelst du deine Produkte früh entlang der Bedürfnisse deiner Kunden. Feedback ist besonders in der Startphase deiner Unternehmung die wichtigste Währung. Schaffe also Bedingungen, in denen Menschen dir gerne Feedback schenken. Das geht häufig am besten anonym. Die QR-Codes ließen zusätzlich detailliertere Auswertungen zu, ohne dass die Kunden ihre Namen hinterlassen mussten.

 

 

Mit diesem Zusammenspiel der Herausforderungen muss Köbi umgehen

Ein eigenes Unternehmen aufzubauen ist immer mit vielen verschiedenen Herausforderungen verbunden. Das gilt besonders dann, wenn die Gründung und Unternehmensführung neben der landwirtschaftlichen Arbeit absolviert werden müssen. Gerade die Arbeit auf dem Feld ist nun einmal von der Saison oder den Wetterbedingungen abhängig, dennoch müssen bestehende Schwierigkeiten mit den Brauprozessen schnell gelöst werden. Und auch Joachim Secklers Familie darf natürlich während des Aufbaus nicht zu kurz kommen.

Eine einzelne, große Herausforderung sieht der Landwirt und Brauer daher nicht. Vielmehr seien es viele verschiedene Schwierigkeiten, die alle parallel gelöst werden müssen. Und auch wenn Probleme zu besonders ungünstigen Momenten aufkommen, zum Beispiel kurz vor den Weihnachtsfeiertagen, müssen sie natürlich zügig angegangen werden. Doch auch, wenn es mal ein Problem gibt: Joachim Seckler lässt sich davon nicht entmutigen. Alle Schwierigkeiten, mit denen er bei der Gründung der eigenen Brauerei und während der derzeitigen Weiterentwicklung umgehen musste, sieht er im Nachhinein als Möglichkeit, etwas mitzunehmen und zu lernen. Mit dieser Einstellung wird jede Widrigkeit zu einer neuen Chance für die Zukunft.

Dabei betreffen die Herausforderungen keinesfalls nur die Biere oder den Brauprozess selbst. Immer wieder tauchen unterschiedlichste Themen auf. Eine Schwierigkeit, die Joachim Seckler explizit anspricht, dreht sich beispielsweise um die Verpackungen, die für den Versand notwendig sind. Köbi testete verschiedene Kartondesigns. So sollte der Schutz der Flaschen während des Transports so weit wie möglich gesichert sein. Doch wird die Verpackung sicherer, erhöht sich schnell auch ihr Gewicht. Joachim Seckler und sein Team mussten hier die perfekte Mischung aus Schutz und Gewicht (Kosteneffizienz) finden. Ist das Paket nämlich zu schwer, können beim Versand Gewichtsgrenzen überschritten werden und somit spürbare zusätzliche Kosten entstehen. Bei bspw. 3, 4 Versendungen im Monat fällt das weniger ins Gewicht, erhöht sich diese Anzahl um das Hundertfache, spielen Centbeträge je Versand bereits eine ganz andere Rolle.

BusinessLearning: Unternehmer/-innen müssen die Fähigkeit besitzen unterschiedlichste Themen (unabhängig ihrer fachlichen Richtung) zu lösen und sich vollständig in ihnen fremde Themengebiete einzuarbeiten. Das Thema effiziente Verpackungen ist nichts, was Joachim zuvor in seiner Ausbildung gelernt hatte. Für den langfristigen Erfolg seiner Unternehmung ist es allerdings ausschlaggebend, daher beschäftigte sich Joachim ausgiebig mit dem Thema, um die ideale Köbi-Lösung zu finden.

 

 

Diese Herausforderungen erwartet Joachim Seckler für die Zukunft

Die Herausforderungen der Gegenwart sind nicht die einzigen, mit denen man sich bei der Gründung einer eigenen Brauerei beschäftigen muss. Joachim Seckler ist sich bewusst, dass es auch weiterhin viele kleine Baustellen geben wird. Besonders wichtig wird es seiner Einschätzung nach sein, die Kosten im Griff zu behalten. Gelingt das nicht, wird es kaum möglich sein, solide zu wirtschaften. Und auch die Produktpalette will wohl überlegt sein. So will Joachim Seckler beispielsweise auch die alkoholfreien Trends im Auge behalten, ohne aber die alkoholischen Getränke zu verlieren.

An die Familie denkt der Königsbrunner Unternehmer ebenfalls. Der Familienvater (zwei Kinder) hat in den letzten Jahren neben dem Aufbau der Biermanufaktur und dem Landwirtschaftsbetrieb ein Haus gebaut. Private Baustellen neben den beruflichen Herausforderungen anzugehen ist für ihn also nichts Unbekanntes und die Familie ist der Rückzugsort & Mittelpunkt für Lebensqualität.

 

 

Diese Werte & Visionen hat Gründer Joachim Seckler

Joachim Seckler ist in jeden Prozess eingebunden. Das hilft dem Königsbrunner dabei, einen Überblick über die Zusammenhänge und Auswirkungen von Entscheidungen zu behalten. Egal, ob Marke, Details in der Produktion oder der Verkauf, der Gründer ist in alles involviert. So fällt es ihm auch leichter, Lösungen für entstehende Probleme zu finden.

Besonders wichtig ist es Joachim Seckler, immer wieder auch Neues auszuprobieren. Diese Mentalität hat sich bei Köbi etabliert, ganz gemäß dem Motto „Lieber machen als abwarten“. Diese Einstellungen hilft dem Königsbrunner seit der Gründung seiner eigenen Brauerei auch, sich weiterzuentwicklen und zügig zu lernen. Ebenfalls wichtig ist es im Betrieb, sich auch Produkten zu widmen, die dem Team Spaß machen. Wie Joachim Seckler anmerkt, könnte man sich zwar ausschließlich darauf konzentrieren, Geld zu verdienen. Das hätte aber zur Folge, dass die Sortenauswahl wesentlich geringer wäre. Mit dem Grundsatz, sich auch solchen Produkten zu widmen, die das Team aus Freude produzieren will, entstehen hingegen immer wieder neue Getränke. So umfasst das Sortiment von Köbi Anfang 2026 eine vielfältige Auswahl. Darunter sind nicht nur die üblichen bayerischen Biere wie das Helle oder das Weizen, auch ein India Pale Ale, ein Bayerisch British Ale oder ein Triple IPA finden sich im Sortiment. Einen Beerenspritz bietet die Brauerei ebenfalls an. Und auch für antialkohoische Getränke ist gesorgt. So produziert Köbi zuckerfreie Limonaden. Und genau diese Produktbreite ist es, die Joachim Seckler so viel Spaß am Unternehmertum bringt.

 

 

Großen Wert legt Joachim Seckler zudem auf die Kommunikation nach außen. So ist es dem Königsbrunner besonders wichtig, einen guten und vor allem schnellen Kundenservice anzubieten. Als Vorbild nennt er hier Amazon. Schnelle Antworten auf die Kontaktaufnahme durch die Kunden bei Problemen stehen sehr weit oben auf der Prioritätenliste, dabei sollen immer Lösungen für die Käuferinnen und Käufer gefunden werden. Das ist die oberste VISION (das Leitbild) von Köbi.

>> Du suchst mit deinem eigenen Unternehmen noch nach einer VISION, die Dich und dein Unternehmen in der Praxis ausmacht? Lasse Dich von uns begleiten. Kontaktiere uns noch heute oder entdecke unseren ManagementWorkshop First start with Why – Finde / schärfe deine Business-DNA.

BusinessLearning: Joachim hat sich für einen Weg der schnellen Umsetzungen entschieden. Mit Mut ist Joachim an frühen Lernerfahrungen interessiert und steigert dadurch die Geschwindigkeit der Entwicklungskurven seiner Produkte. Zusätzlich löst diese Arbeitsweise eine gesteigerte Motivation der Mitarbeitenden aus. Seit Tag 1 ist dies die Kultur von Köbi. Welche Vorteile diese Kultur mit sich bringt, das erfährst du in diesem BLOG-Beitrag „Schnelles testen, lernen und anpassen“.

 

 

Welche Erfolge hat Köbi schon erreicht?

Bei all den Werten, die sowohl die internen Abläufe als auch die externen Beziehungen von Köbi betreffen, ist Joachim Seckler eine Sache besonders wichtig. Er will etwas erschaffen, dass auch über seine eigene berufliche Karriere existieren kann. So bedeutet „Erfolg“ für ihn, etwas zu schaffen, das seine Kinder eines Tages übernehmen könnten, wenn sie denn wollen.

Aber auch mit Blick auf das bisher Erreichte zeigt sich Joachim Seckler stolz. Vor allem mit der Ausweitung seiner Produktpalette um verschiedene Biere, einen Spritz und alkoholfreie Getränke ist er sehr zufrieden. Und das kann er auch sein. Anders als große Brauereien muss er sich schließlich neben der Getränkeherstellung auch noch um seinen eigenen Hof kümmern. Da ist das bisherige Wachstum seit der Gründung der eigenen Brauerei wirklich beeindruckend.

 

 

Das Team hinter Köbi

Damit Köbi die Schritte zur Produkterweiterung bestmöglich umsetzen konnte und auch weiterhin kann, bedarf es eines guten Teams. Und so arbeitet Joachim Seckler nicht alleine, sondern hat sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese arbeiten im operativen Geschäft, steuern die Abfüllanlage und kümmern sich um die Etikettierungen der Flaschen. Bevor Joachim Seckler eine Aufgabe allerdings abgibt, will er sie zuerst selbst verstehen. Sobald er weiß, wie eine Maschine oder ein Prozess funktioniert, ist er bereit, eine Aufgabe abzugeben. Dann kennt er die typischen Fehler, die im Ablauf passieren können.

Neben den festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann sich köbi auch auf freie Mitarbeiter und externe Unterstützer verlassen. So arbeitet ein freier Brauer im Betrieb, der mehrere Tage in der Woche da ist. Auch um die Werbung muss sich die Königsbrunner Biermanufaktur nicht selbst kümmern, sondern bekommt externe Hilfe. Gleiches gilt für das Design.

 

 

Wie kommuniziert Köbi mit Kunden und Händlern?

Intern kommuniziert das Team von Köbi nach Möglichkeit im persönlichen Austausch. Zudem können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Chat-Gruppe auf dem Messenger-Dienst WhatsApp austauschen.

Für die externe Kommunikation nutzt Joachim Seckler andere soziale Medien. Die meiste Kommunikation läuft über die Netzwerke Instagram und Facebook. Auch die Kurz-Video-Plattform TikTok wird genutzt, wenn auch weniger umfangreich. Für Werbezwecke bringt Social Media allerdings auch seine eigenen Herausforderungen mit sich. Durch die alkoholischen Getränke gestaltet sich die Online-Werbung mit Blick auf den Jugendschutz als schwierig.

In der Print-Werbung geht Köbi sehr gezielt vor. Hier ist die Messung der Effektivität nicht so einfach möglich wie in den sozialen Medien. Dort geben Aufrufe, Kommentare und Likes eine gute Orientierung. Im Print-Bereich entfallen diese Orientierungswerte. Immer wieder nimmt Köbi mit seinen Bieren auch an Wettbewerben teil. Durch die große Konkurrenz und den mit der Bewerbung verbundenen Aufwand sucht sich Joachim Seckler hier aber gezielt Wettbewerbe aus und überlegt sich gut, mit welchen Getränken er antreten will.

Um in Kontakt mit alten und neuen Kundinnen und Kunden zu kommen, richtet die Brauerei auch eigene Veranstaltungen aus. So gibt es regelmäßige Beerpong-Turniere, einen Tag der offenen Brauerei mit Führungen oder Aktionen am Vatertag. Auch bei externen Veranstaltungen kann man Köbi sehen. So richtet die Königsbrunner Brauerei bei Märkten und Festen gerne einen eigenen Stand ein.

 

 

Die Zukunft von Köbi

Joachim Seckler hat seit der Gründung seiner eigenen Brauerei schon einiges erreicht. Bisland läuft die Getränkeproduktion neben der landwirtschaftlichen Arbeit. Langfristig soll sich das ändern. Den Gründer treibt das große Ziel an, die Bier- und Limonadenproduktion soweit auszubauen, dass sie für sich selbst tragfähig ist. Köbi soll dann auf eigenen Beinen stehen und neben der Landwirtschaft laufen.

Konkret will Joachim Seckler dazu die Köbi-Hallen ausbauen und die produzierte Biermenge deutlich erhöhen. Events wie die regelmäßigen Beerpong-Turniere werden auf dem Gelände bereits veranstaltet, für die Zukunft sollen die Möglichkeiten für Veranstaltungen aber erweitert werden. Dann könnte das Köbi-Gelände im Süden Königsbrunns auch für Hochzeiten und andere, große Feierlichkeiten genutzt werden.

Dem Landwirt und Unternehmer ist es bei allen konkreten Plänen aber auch wichtig, spontan zu bleiben. Als Beispiel für einen Fall, in dem das bereits funktioniert hat, nennt Joachin Seckler das Angebot für Kunden, ihre eigenen Labels auf den Getränkeflaschen individuell zu gestalten. Diese waren zu Beginn gar nicht geplant, kommen aber mittlerweile sehr gut bei den Käuferinnen und Käufern an. Und sie erfüllen eine weitere Voraussetzung, die dem Gründer in seinem Unternehmen wichtig ist: Sie machen Spaß.

 

 

Dir gefallen unsere Geschichten zu spannenden Unternehmer/-innen? Abonniere unseren Newsletter BusinessInspiration und erhalte regelmäßig inspirierende Business-Inhalte für und von Unternehmer/-innen.